Schwangerschaft
Hallo, ich bin Carmen und möchte gerne von meiner Schwangerschaft mit Annika unserer Tochter erzählen. Richtig angefangen hat es Mitte November, als meine Periode ausblieb. Einige Tage vorher hatte ich schon so ein leicht komisches aber schönes Gefühl in meinem Körper. Ich hatte zu dem Zeitpunkt zwar schon seit 4 Jahren die Pille abgesetzt, aber nicht damit gerechnet schwanger zu sein. Gleich am 2. Tag nach Ausbleiben der Regel, mein Körper war sonst immer sehr zuverlässig, machte ich einen Schwangerschaftstest. Dieser zeigte mir nach der Wartezeit ein eindeutiges Ergebnis an. Oh Mann, das war erst mal ein kleiner Schock. Ich habe noch mal zwei Tage gewartet und dann wiederum einen Test gemacht bevor ich es meinem Mann erzählte. Besser: Ich hab es ihm nicht mit Worten gesagt, sondern einen Schnuller schön als Geschenk eingepackt und es ihm nach der Arbeit im Wohnzimmer im Kerzenschein überreicht. Der werdende Papa hat sich sehr gefreut. Gleich einige Tage drauf hab ich einen Termin bei meinem Gynäkologen bekommen. Dort entstand dann gleich das erste Ultraschall Bild. Der Arzt war sehr zufrieden mit unserem kleinen Embryo. Es war die 6. Schwangerschaftswoche und das Herz schlug fest und gleichmäßig. Wir waren überglücklich, und wir beide konnten nicht glauben, das aus so einem 5,4mm kleinen Etwas mal unsere quirlige Tochter wird. Ab jetzt hatte ich regelmäßig Termine bei meinem Frauenarzt. Langsam fingen die morgendlichen Übelkeiten an. Zum Glück musste ich mich nie übergeben und konnte das flaue Gefühl gut mit ein paar Keksen vor dem Aufstehen bekämpfen. In der 10. Schwangerschaftswoche wurde dann das zweite Bild von Annika gemacht. Während der Untersuchung hat Annika sogar ihren Arm bewegt, das es aussah, als würde sie uns zuwinken. All ihre Körperteile sind da schon fast ausgebildet und sie hat eine Größe von 28,4mm erreicht. Bis zur 23. Schwangerschaftswoche (6.Monat) hab ich bereits 11 Kilo zugenommen und habe einen Bauchumfang von 104cm. Mehr als die Hälfte der Zeit ist überstanden. Leider muss ich manchmal mit Kreislaufproblemen und Kopfschmerzen auf der Arbeit viele Pausen machen. Aber meine Arbeitskollegen und mein Chef sind so umsichtig und haben gut auf mich aufgepasst (manchmal auch zu gut, denn ich durfte fast nichts mehr machen). Kindsbewegungen konnte ich damals schon lange spüren und es war ein tolles Gefühl. Manchmal hatte ich auch starkes Ziehen in der Bauchgegend, aber das war ganz normal, weil sich ja alles vergrößert hat und nach unten zog. Wenn ich ein wenig Zeit hatte, hab ich mich auf die Couch gelegt, mich mit ihr unterhalten und wir haben schöne entspannende Musik gehört. Mein kleiner Zwerg hat auch immer reagiert. Was man doch nicht alles tut, wenn man schwanger ist. Auf dem nächsten Bild, das in der 26. Schwangerschaftswoche (7.Monat) entstanden ist, sieht man sehr gut den Kopf und die Rippen. Annika hat sich viel bewegt, noch hatte sie mit knapp 30cm genug Platz in meinem Bauch. Die Entwicklung war zu dem Zeitpunkt fast vollständig abgeschlossen, jetzt musste unser Baby nur noch groß und stark werden. Sie konnte schon alles hören, spüren und machte sich bemerkbar, wenn ihr was nicht passte. Sie war damals schon ein kleiner Dickkopf. Wenn ich mal falsch im Bett gelegen hab, bekam ich einen Tritt. Wenn der Papa mit ihr dann geschimpft hat, hat sie ihm eine verpasst. Manchmal wenn ich auf dem Rücken lag, setzte ich einen kleinen Plüschleoparden auf meinen Bauch und der "tanzte" dann. Wir fanden das sehr lustig. Weniger lustig fand ich die nächtlichen leichten Wehen, die ich hatte. Wollte mein Körper doch nur "üben" und sich so ein wenig Platz schaffen. Etwas 4 Wochen vor dem eigentlichen Entbindungstermin stellt ich mich im Krankenhaus vor. Es wurde wieder ein Ultraschallbild und einige Untersuchungen gemacht. Ich fühlte mich recht gut aufgehoben, hatte ich doch auch schon Schwangerschaftsgymnastik und geburtsvorbereitende Akupunktur in dem Krankenhaus gemacht. Der Chefarzt der Gyn war zufrieden mit mir und Annika wog in etwa 2700g. Wenn man das Bild genau betrachtet kann man Nase, Mund und Hand sehen. Annika hat auch in den letzten Tagen meiner Schwangerschaft mir keine Probleme bereitet. Ich liebte es schwanger zu sein. Für mich gab es nichts schöneres. Einige Tage vor der Entbindung hatte ich allerdings einen Bauchumfang von 119cm und 30kg mehr zu tragen. Trotzdem zeigte ich gerne meinen Bauch. Am Abend des ausgerechneten Entbindungstermin hatten wir noch einen großen Geburtstag zu feiern. Annikas Opa wurde 60 Jahre alt. Den ganzen Abend fühlte ich mich pudelwohl, ging normal ins Bett und wurde in der Nacht einige Male wach wegen leichten Wehen. Aber ich glaube ja, das es solche Wehen waren, die ich schon von früher kannte. Am kommenden Morgen, es war Sonntag, konnte ich nicht lange liegen bleiben und bin schon um 8 Uhr aufgestanden. Ich legte mich auf unsere Couch, las im Buch und versuchte noch etwas zu dösen. gegen Mittag dann finden die Wehen an richtig weh zu tun und ich musste das erste Mal veratmen. Da sagte ich zu meinem Mann, er solle sich schon mal langsam frisch machen, die Tasche fürs Krankenhaus aus dem Kinderzimmer holen. Die Wehen kamen gegen 14 Uhr so alle 6-8 Minuten. Wir fuhren also ohne Hast ins nahe Krankenhaus, meldeten mich an und gingen auf die Entbindungsstation. Dort angekommen wurden noch mal Untersuchungen gemacht, der Wehenschreiber kurz angelegt und Blut abgenommen für die PDA. Dann durfte ich noch mal auf die gynäkologische Station und mich in meinem Zimmer einrichten. Ich sollte wieder in den Kreissaal kommen, wenn ich es nicht mehr aushalten könne. So gegen 17Uhr sind wir dann auch zur Hebamme. Ich musste so ein Krankenhauskleid anziehen und bekam wieder den Wehenschreiber angelegt. Oh Mann, die Wehen fühlten sich schon ziemlich heftig an und kamen auch regelmäßig. Bis ich die PDA gesetzt bekommen hatte vergingen noch mal über 2 Stunden. Die Hebamme meinte, meine Blutwerte seien noch mich komplett ausgewertet. Das setzen der PDA war überhaupt nicht schlimm. Mein Rücken wurde vereist und die Nadel hat direkt beim ersten Mal richtig gesessen. Nun konnte ich mir regelmäßig einen "Schuss" geben. So lag ich dann eine ganze Weile auf dem Entbindungsbett. Mein Mann saß neben mir und vertrieb mir die lange Zeit. Zwischendurch kam immer wieder die Hebamme um nach mir zu schauen. Eigentlich wollte ich ja ursprünglich in die Entbindungswanne, aber durch die PDA ging das nicht. So gegen 22.30Uhr, die Fruchtblase wurde zwischenzeitlich auch von Hand geöffnet, meinte die Hebamme, ich müsse meine Blase entleeren, da sie im Weg war. Na toll, betäubt bis in die Fußspitzen torkelte ich gestützt von den beiden zur Toilette. Aber nicht kam. Also wieder zurück aufs Bett und Einlauf kassieren. Das war ganz schön unangenehm, so alles ohne Kontrolle laufen zu fühlen. Einige Zeit später hat dann die Hebamme die Herztöne von Annika nicht mehr über die Bauchdecke hören und messen können. Sie rief nach der Ärztin, die auch gleich kam. Sie hat dann so eine OP Lampe in Kleiner eingeschaltet und in Stellung gebracht. Ich hab irgendwie nicht so viel mitbekommen wie mein Mann, er erzählt die Situation noch ausführlicher und dramatischer als sie mir vorkam. Nun ja, es wurde mit einer langen Nadel durch meinen Muttermund an Annikas Kopf Blut abgenommen und ein Sensor angelegt für die Herztöne. Später hab ich erfahren, das ich grünes Fruchtwasser hatte, was wohl auch Sauerstoffmangel bei den Babys hervorrufen kann. Der Puls von Annika war auch sehr hoch, sodass die Ärztin und die Hebamme sagten, das sie per Kaiserschnitt geholt werden müsse, wenn es gleich nicht richtig los ging. Ich bekam ein wehenförderndes Mittel in meinen Tropf gepumpt und kurz drauf ging es auch los. Ich legte mich au die Seite und mein Mann hielt mein Bein. Die Presswehen waren ganz schrecklich, ich hab richtig gespürt, wie sie gerutscht ist. 5mm vor und 3 zurück. So kam es mir vor. Als Annikas Köpfchen am unteren Rand zu sehen war, riss ich bei der nächsten Wehe und habe das Wort mit SCH geschrieen. 2-3 Wehen weiter und unser Schatz war da. das war um 1.56Uhr am 26.07. Die Ärztin nahm sie gleich und ging mit ihr in den Nebenraum. Mein Mann ging mit. Ich lag da in meinem eigenen Saft auf dem Bett und die Hebamme versuchte mich zu versorgen. Da mitten in der Presswehenzeit die Betäubung für die PDA leer ging und kein Nachschub mehr geholt wurde, war ich natürlich an der gerissenen Stelle sehr empfindlich. Die Hebamme meckerte nur rum, ich solle still halten, da sie mich säubern müsse. Am liebsten hätte ich sie.... Nach für mich unendlicher zeit kam mein Mann mit unserer Tochter, die in einem Handtuch gewickelt war und zeigte sie mir. Annika schaute sich alles mit großen und offenen Augen an. Sie war von der ersten Minute an sehr neugierig. Gleich danach wurde sie uns wieder weg genommen und in einen Wärmekasten gelegt, der mit Sauerstoff befüllt wurde. Dann wurde sie gemessen und gewogen. Als alles fertig war und ich 4cm genäht wurde (ich hab mir dafür noch mal eine örtliche Betäubung geben lassen), wurden wir in einen anderen Raum gebracht, wo wir in Ruhe uns kennenlernen konnten. Ich habe Annika gleich angelegt und sie suchte auch die Brust. Als sie die Brustwarze gefunden hatte versuchte sie auch gleich zu saugen. Das war schon ein komisches, aber auch unbeschreiblich schönes Gefühl. Nach einer halben Stunde kam eine Stationsschwester der gynäkologischen Station und wollte uns abholen. Schnell machte die Hebamme noch das erste Foto von unserem baby. Das war so gegen 4Uhr. Ich war froh, als ich dann endlich auf meinem Zimmer war. Die nacht war fast vorbei und das leben von Annika fing erst an.
Hier erfahrt ihr alles über die wohl schönsten 9(10) Monate einer Frau. Zu beginn wird Euch BettyPage einen Einblick in Ihre Schwangerschaft geben!